Was ist Romantik? Vortrag an der Universität Salzburg am 11. 9. 2015

Salzburg, 11. September 2015: Was ist Romantik? Der Einfluss romantischen Denkens auf die Psychologie, Vortrag und Diskussion

auf der gemeinsamen Tagung der Gesellschaft für Kulturpsychologie und der DGPs-Fachgruppe Geschichte der Psychologie, Paris-Lodron-Universität Salzburg, Tagungsthema: Kulturelle Dynamik und Entwicklung der Psychologie

Die Psychologiegeschichte integriert die Romantik bisher lediglich über psychologische Theorien von Romantikern. Die ehemalige Intellektuellenbewegung hat sich jedoch bekanntlich über die letzten zwei Jahrhunderte parallel zur Aufklärung zu einem
allgemeinen Denkprinzip verstetigt. Angetreten für eine Aufklärung der Aufklärung, schlug sie wiederholt um in Antiaufklärung. Im Vortrag wird die Dynamik dieser Entwicklung nachgezeichnet, um einen philosophisch­psychologischer Zugriff auf die Romantik zu
begründen, der sie als dauernde Reaktionsbewegung in Bezug auf jeweils herrschende Rationalitäten begreift. Damit wird der gängigen Auffassung, Romantik entziehe sich per Definition einer Definition, widersprochen. Zu ihren Leitmotiven zählen unter anderem Subjektivität, Introspektion und Sinnlichkeit. Seit jeher resultiert daraus ein Interesse an den psychologischen Wissenschaften. Nach wie vor bestehen romantische Erwartungshaltungen gegenüber dem Fach. Das zur Diskussion gestellte
Romantikverständnis macht einen bisher vernachlässigten Aspekt der Verschränkung von Psychologiegeschichte und Gesellschaftsgeschichte konsistent beschreibbar und erweitert damit die ideologiekritische Historiografie des Faches.

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Berlin, 12. Juni 2015: Was ist Romantik? Zur kritischen Aneignung von Psychologiegeschichte, Vortrag und Diskussion

im Rahmen der Werkstattgespräche 2015 der Gesellschaft für subjektwissenschaftliche Forschung und Praxis (GsFP) wurde im Laika in Berlin-Neukölln (zum FB-Event):

Romantik wird gern als unterlegenes Gegenbild zur Wissenschaftlichkeit aufgerufen. Dennoch hat sich die damalige Intellektuellenbewegung über die letzten zwei Jahrhunderte zu einem allgemeinen Denkprinzip verstetigt. Angetreten für eine Aufklärung der Aufklärung, schlug sie wiederholt um in Antiaufklärung. Zu ihren Leitmotiven zählen Subjektivität, Einzigartigkeit und Sinnlichkeit. Seit jeher resultiert daraus ein Interesse an den psychologischen Wissenschaften. Bis heute prägen romantische Einstellungen die Erwartungshaltungen an das Fach. Wo verbindet sich die Geschichte der Romantik mit der Geschichte der Mainstream-Psychologie und der der Kritischen Psychologie?

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Berlin, 18. September 2014: Was ist Romantik? Zur kritischen Aneignung von Psychologiegeschichte, Vortrag und Diskussion 

auf der Ferienuniversität Kritische Psychologie an der Freien Universität Berlin:

Romantik wird gern als unterlegenes Gegenbild zur Wissenschaftlichkeit aufgerufen. Dennoch hat sich die ehemalige Intellektuellenbewegung über die letzten zwei Jahrhunderte zu einem allgemeinen Denkprinzip verstetigt. Angetreten für eine Aufklärung der Aufklärung, schlug sie wiederholt um in Antiaufklärung. Zu ihren Leitmotiven zählen Subjektivität, Einzigartigkeit und Sinnlichkeit. Seit jeher resultiert daraus ein Interesse an den psychologischen Wissenschaften. Bis heute prägen romantische Einstellungen die Erwartungshaltungen an das Fach.

Im Workshop wird ein Zugriff auf die Romantik versucht, der letztendlich ermöglichen soll, gängige romantische Denkmuster nicht nur als unwissenschaftlich zu beschreiben, sondern sie genauer in ihrem historischen Gewordensein nachzuvollziehen und ihre Wirkung auf das Fach sichtbar zu machen. Hat das diffuse, historisch immer weiter wabernde Gebilde, das sich politisch unterschiedlich aufladen läßt, eigene philosophische Grundannahmen? Hat es sich kulturell verselbständigt? Wo verbindet sich die Geschichte der Romantik mit der Geschichte der Mainstreampsychologie und der der Kritischen Psychologie?

 



Erste Seite des ersten Bandes von Carl Phillip Moritz: Anton Reiser. Ein psychologischer Roman. Erschienen 1785.

Wegbereiter der modernen Psychologie: Carl Phillip Moritz‘ Buch „Anton Reiser. Ein psychologischer Roman“ Stich von Medardus Thönert auf dem Titelblatt des ersten Bandes. Erschienen 1785.

 

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