Die heimliche Provinz

Santiago del Estero, die Provinz, in der Juan Tauil geboren wurde, ist heute eine der ärmsten Regionen Argentiniens. Es ist ein Gebiet, das bei der Etablierung des argentinischen Selbstverständnisses ignoriert wurde. Deshalb verfügt es heute über eine große Bandbreite von Traditionen, Erzählungen und Stoffen, die die verschiedenen Ausrottungen, die mit den spanischen Konquistadoren begannen, überlebt haben. “Über weite Teile des 20. Jahrhunderts wurde Santiago de Estero von der Zentralregierung als lebensfeindliche Provinz eingestuft. Das erwies sich auch als ganz nützlich für sie, weil es so für sie einfach war, die Provinz zur Arbeitskräftelieferantin für den Rest des Landes zu machen. Vor allem Arbeiter und Dienstmädchen wurden gebraucht, besonders für Buenos Aires, die Hauptstadt.” (JT)

Aber trotzdem – auch wenn Santiago del Estero laut der UNO auf Platz zwei der argentinischen Provinzen mit dem niedrigsten “menschlichen Entwicklungsindex” (HDI) ist, ist der Rest der Welt in das Mysterium von Santiago eingesickert: “Während meiner Kindheit, in dem Club in meinem Dorf Fernández, hatte jemand eine Platte von Serge Gainsbourg und hat sie für jede Modenschau aufgelegt. Außerdem hatte jemand festgestellt, dass, als ich noch klein war, sämtliche Musik auf Canal 7 de Santiago del Estero von Kraftwerk war. Ich bin also mit dieser Musik aufgewachsen.” (JT)

 

Neue Karte der Republik Argentien (1914) In pink: Santiago del Estero (Karte: Wikimedia)

Neue Karte der Republik Argentien (1914) In pink: Santiago del Estero (Karte: Wikimedia)

 

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Santiago del Estero heute (Karte: Gobierno Electrónico Argentina)

Santiago del Estero heute (Karte: Gobierno Electrónico Argentina)

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Weiterführdende externe Links:

Dokumentarfilmprojekt von AktivistInnen aus Berlin und Santiago 2012/2013:
El documentál „La Sachamanta“ (Webseite des Projekts)

Vom Leben und von den Kämpfen der Campesinos in Santiago d. Estero (auf spanisch): Youtube-Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm „Semillas“ (Samen), MoCaSE Via Campesina, Arg., 2010

Interaktive Karten von Santiago del Estero beim argentinischen Bildungsministerium.

One Response

  1. Liebes Museum, Danke für den schönen Beitrag und den Link zu unserer Webseite. Das Projekt Sachamanta ist nun schon ein fertiger Film, lief in Kinos und Veranstaltungen, lief auch in Santiago del Estero und dann erst in Buenos Aires 🙂 ; „Sachamanta“ kann von jedem Menschen anderen öffentlich gezeigt werden und erhält nun einen Nachfolger: „Espejo“ 😉 (Das alles und wie es geht über den Link zu uns oben)

    Fotografien aus der Region gibt’s auf meiner Webseite. Zum Beispiel hier klicken und dann die kleinen Pfeile für die Reise vor und zurück durch die Zeit verwenden: http://www.kameradist-wagner.de/la-lucha/

    Beste Grüße von den Aktivistinnen!

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